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Eis/Kryotherapie

Definition: Lokale Eisbehandlung zu Heilzwecken.

Wirkung: Kurzzeitige Maßnahmen von 5 bis 15 s haben mehr Oberflächenwirkung (über N. sympathikus). Sie beschleunigen die Wärmeabgabe, der Gewebetonus sinkt, der Schmerz wird gedämpft, die motorische Einheit wird aktiviert; schnelles Abreiben mit Eis über einem geschwächten Muskel fördert die Kontraktionsbereitschaft, das gilt auch für schnell ermüdbare Muskeln.
Bei Langzeitanwendungen von 5 bis 15 bis 30 min kommt es zu tieferreichenden Effekten im Sinne einer Dämpfung. 
Die Tiefenwirkung hängt von der Fettschicht ab. Die beabsichtigte Schmerzlinderung überdauert die Applikationszeit um das 2- bis 3fache. Kaltwasserumschläge wirken resorptionsfördernd auf Ödeme.

Indikationen: Schmerzen und Schwellungen, Ödeme, Hämatome, Insektenstiche, akute Zustände entzündlicher und degenerativer Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, akute Zustände des Weichteilrheumatismus, als Vorbereitung der aktiven Übungsbehandlung bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, nach Traumen oder Operationen am Stütz- und Bewegungsapparat, Sudeck-Syndrom im Stadium I, Kompressionsyndrome, Distorsionen (Methode der Wahl),
Luxationen, Muskelrisse im akuten Zustand, Verbrennungen (sofortige, möglichst lange Anwendungen - Methode der Wahl), Adjuvans bei Thrombophlebitis und Lymphangitis, mit Spastik einhergehende Nervenerkrankungen.

Literatur: K. KNAUTH   B.REINERS   R. HUHN 
Physiotherapeutisches Rezeptierbuch; Verlag: Urban & Fischer; ISBN 3-437-46630-5